Menschen tragen eine Erdkugel

Apfelallergie

Bereits 20 Prozent der Allgemeinbevölkerung in westlichen Ländern leiden unter einer Nahrungsmittelunverträglichkeit – Tendenz steigend.

Unsere Liste zur Verträglichkeit und Unverträglichkeit finden Sie am Ende dieser Seite.

Laut Aussage des Allergologen Professor Dr. Karl-Christian Bergmann von der Berliner Charité beträgt der Anteil der Betroffenen inzwischen rund 4 Millionen Bundesbürger.

Sonderprojekt - Kalender 2015 mit Apfelsorten für Allergiker

Eine betroffene Apfelallergikerin hatte die Idee auf Basis unserer Meldeliste zu verträglichen Apfelsorten einen Jahreskalender 2015 mit Farbtafeln zu den Apfelsorten zu erstellen.

Das Projekt konnte inzwischen realisiert werden. Die Kalender wurden in mehreren Formaten erstellt. Sie sind auch bei uns erhältlich. Wir haben dazu noch eine Kurzbeschreibung zu den Sorten auf Basis der Beschreibungen aus der Zeitschrift Nach der Arbeit. Anforderung per Email mit Adressangabe.

Wer sich die Sortentafeln einmal ansehen möchte, kann dies auf den Seiten des Verlages tun. Hier der Link dazu:

http://www.calvendo.de/galerie/alte-apfelsorten-fuer-allergiker/

                                                                                                                                         

 

 

Allergen ist nicht gleich Allergen 

 


Prof. Hans Steinhart, Lehrstuhl für Lebensmittelchemie an der Universität Hamburg, erklärte, dass nur die ganz bestimmte Anordnung der Aminosäuren in einem Lebensmittel für eine Allergie verantwortlich ist. Allerdings kann die Aneinanderreihung der Aminosäuren durch Bearbeitung in der Produktion oder in der Küche verändert werden. Rohe Früchte sind für viele Apfelallergiker nicht geeignet. Werden die Äpfel vor dem Verzehr gekocht, haben die Betroffenen keine Probleme. "Deshalb ist Apfelmus meist allergenfrei", so Steinhart in seinen Ausführungen. Die Allergie hervorrufenden Eiweißbausteine werden durch das Kochen der Äpfel zerstört oder verändert und sind daher für den Allergiker nicht mehr gefährlich.

Pestizide, die wir unwissentlich mit Obst zu uns nehmen, stellen nach diversen Publikationen eine weitere Belastung unseres inneren Milieus dar, wobei die Wirkung dieser körperfremden Chemikalien und ihre gegenseitigen Interaktionen größtenteils undurchsichtig sind. Ursache für allergische Reaktionen kann daher auch der Chemieeinsatz sein. Hier hilft nur die Unterstützung des ökologischen Landbaus durch gezielten Einkauf ungespritzter Lebensmittel.
Auch aus diesem Grund wird in der Streuobstwiese des BUND-Lemgo keinerlei Chemie eingesetzt.

Welche Auswirkungen eine viel zu frühe Ernte auf das Allergenpotenzial hat, ist nach unseren Erkenntnissen noch nicht untersucht worden.
 

Das Problem mit vielen der neuen Apfelsorten


Was den Obst-Fans das Wasser im Munde zusammenlaufen lässt, können viele Allergiker nur mit Wehmut betrachten. Für sie kann der Verzehr von Äpfeln zur Qual werden. Warum die Früchte allergische Reaktionen auslösen, wollten Wissenschaftler der Universität Hohenheim wissen.
Die Lebensmitteltechniker untersuchten gemeinsam mit Medizinern der Uni Hamburg alte und neu gezüchtete Apfelsorten und kamen zu einem interessanten Ergebnis:
Eine Schlüsselrolle spielen die so genannten Polyphenole, die in Pflanzen beispielsweise als Farb- oder Geschmacksstoffe vorkommen. Sie sind vor allem in den alten Apfelsorten wie etwa Boskoop enthalten. Die neuen Apfelsorten weisen dagegen nur geringe Mengen von Polyphenolen auf - sie wurden wegen des säuerlichen Geschmacks und der schnelleren Bräunung nach Anschnitt des Apfels weitestgehend herausgezüchtet.
Welche der alten Apfelsorten für Allergiker aber besonders verträglich sind, ist kaum untersucht. Bei unseren Recherchen sind wir nur auf Altländer Pfannkuchenapfel, Goldrenette Freiherr von Berlepsch, Gravensteiner, Jonathan, Landsberger Renette, Minister von Hammerstein, Roter Berlepsch, Roter Boskoop, Schöner aus Boskoop, Weißer Klarapfel und Wintergoldparmäne gestoßen. Als weniger geeignet werden Cox Orangenrenette und Golden Delicious und von den neueren Sorten Braeburn, Granny Smith und Jonagold genannt.

Desensibilisierung über verträgliche Apfelsorten

Wir haben von betroffenen Allergikern die Information erhalten, dass sie nun nach regelmäßigem Konsum von verträglichen Apfelsorten eine Desensibilisierung erreicht haben. Auf einmal ist es ihnen möglich wieder die Apfelsorten zu essen, die zuvor allergische Reaktionen ausgelöst haben. Wir wären dankbar, wenn wir Informationen von betroffenen Allergikern erhalten, die gleiche Erfahrungen gesammelt haben. Eine uns dies per Email mitteilen.

Verträgliche Apfelsorten für Diabetiker

Für Diabetiker geeignet sind u.a. Alkmene, Champagner Renette, Gehrers Rambur, Gelber Edelapfel, Idared, Johannes Böttner, Lanes Prinz Albert, Ontario und Uhlhorns Augustkalvill. Da der Zuckergehalt während der Lagerung abnimmt, sollten Diabetiker schon länger gelagerte Äpfel bevorzugen bzw. die zur Lagerung geeigneten Sorten selbst einlagern.

Umfassende Informationen zum Thema Polyphenole finden Sie hier: Polyphenole

Neue Hoffnungen durch Apfelkonsum auch bei Kreuzallergien


Bei einer Apfelallergie im Zusammenhang mit einer Birkenpollenallergie lässt sich durch in kleinen Schritten erhöhten Verbrauch von Äpfeln eine Toleranz erzeugen. Zu diesem Schluss kommt eine Schweizer Studie, die in der Fachzeitschrift Allergy (2012-67: S. 280-285) publiziert wurde. 

Apfelallergien treten oftmals erst nach Jahren auf. Die Ursachen dafür sind unbekannt. So erging es auch Christina Tippelt aus Leopoldshöhe. Nach ihrer zweiten Schwangerschaft reagierte sie auf einmal allergisch auf Äpfel. Auch Äpfel vom Biobauern waren keine Lösung. Sie hatte schon die Hoffnung aufgegeben, jemals wieder ihre geliebten Äpfel essen zu können. Durch Zufall entstand ein Kontakt zum BUND Lemgo und von dort erhielt sie das Angebot, doch einmal alte Apfelsorten zu probieren. Nun hat sie schon mehrere Sorten gefunden, die sie ohne Probleme essen kann. Den gesamten Bericht zu den Erfahrungen von Christina Tippelt lesen Sie hier (Pressemitteilung-Apfelallergie).

Da es bisher kaum Informationen zu den verträglichen Sorten für Apfelallergiker gibt und wir nichts von genmanipulierten Sorten für Allergiker halten, starten wir ein eigenes Projekt.


Untersuchungen Hochschule OWL - Institut für Lebensmitteltechnologie


In einer vom BUND Lemgo geförderten und unterstützen Bachelorarbeit von Thomas Bernert wurden von ausgewählten Apfelsorten die Polyphenolgehalte ermittelt. Dabei bestätigten sich die Aussagen aus der Statistik des BUND Lemgo zu den verträglichen und unverträglichen Apfelsorten auf Basis von Mitteilungen betroffener Apfelallergiker (siehe u.a. Statistik).

Von Interesse wären nun Untersuchungen bei weiteren Apfelsorten sowie Untersuchungen wie sich der Polyphenolgehalt im Laufe der Lagerdauer entwickelt, wobei der Art der Lagerhaltung evtl. auch Einfluss auf die Entwicklung der Polyphenolgehalten haben könnte. Sorten wie Goldparmäne, Roter Boskoop und Roter Eiserapfel haben eine natürliche Lagerfähigkeit von mehreren Monaten. Dazu müsste dann auch untersucht werden, ob dies Einfluss auf die Verträglichkeit der Sorten für Apfelallergiker hat.

Wie man sieht, sind noch viele Fragen beim Thema Apfelallergie und Verträglichkeit von Apfelsorten ungeklärt. Weitere Forschungen wären im Interesse der Verbraucher wünschenswert.

Eine Übersicht der Ergebnisse der Untersuchungen der Hochschule OWL - Institut für Lebensmitteltechnologie NRW - bieten wir als Download an.

Plakat Hochschule OWL

 

 

 

 Quelle: Hochschule OWL - Institut für Lebensmitteltechnologie NRW

Fachbericht der Universität Rostock


In einem Beitrag von Achim Fießinger, UNI Rostock und Dr. Friedrich Höhne, Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei MW wird über "Neue Erkenntnisse über die Inhaltsstoffe des Apfels" berichtet. Teil 3 befasst sich mit dem Thema Apfelallergie.

Wir stellen den Beitrag hier als Download zur Verfügung:  Inhaltsstoffe_des_Apfels_-_Teil_3_413.pdf

 

Link zur Internetseite des BUND Lemgo

Links zur unserer Internetseite sind ausdrücklich erwünscht. Einfach das nachfolgende Bild mit dem integrierten Link übernehmen.

 

Allergiker helfen Allergikern - Ergebnisse zum Projekt des BUND Lemgo - Start 2007


Da wir den Allergikern helfen möchten, selbst aber keine finanziellen Mittel für entsprechende Forschungsaufträge haben, sind wir auf die Idee gekommen, auf die Erfahrungen von Allergikern zurückzugreifen.


Wir bitten Allergiker uns per Email oder mit der Meldeliste

 Apfelallergie Meldeliste

 mitzuteilen, welche Apfelsorten sie problemlos essen können und welche nicht verträglich sind. Bedingung wäre, dass es sich bei den getesteten Apfelsorten um unbehandelte Äpfel handelt um ausschließen zu können, dass z.B. eingesetzte Spritzmittel die eigentliche Ursache für die Apfelallergie sind.
Zur Auswertung noch ein Hinweis von einem Allergiker. Da die allergischen Reaktionen von Fall zu Fall bzw. von Person zu Person unterschiedlich sind, hilft es manchmal einfach den Apfel zu schälen. Dabei bleibt natürlich die Frage offen, ob der Bioapfel, auf den man allergisch reagiert, doch gespritzt wurde oder z.B. Spritzmittel aus der daneben liegenden konventionellen Anlage oder von einem naheliegenden Acker abbekommen hat. Wegen dieser Problematik bitten wir um Verständnis, dass wir uns auf die einfache Darstellung verträglich und unverträglich beschränken.

Bezugquellen Apfelbäume

Da die alten Apfelsorten meist nicht auf den Obstmärkten zu kaufen sind, noch der Hinweis auf unsere Internetseite mit den Bezugsquellen für den Kauf von Obstbäumen mit alten Sorten. Hier besteht also die Möglichkeit, die alten Sorten für den eigenen Garten zu kaufen.

Bezugsquellen alte Obstsorten

Inzwischen erhalten wir aus dem gesamten deutschsprachigem Raum Mitteilungen zu verträglichen und unverträglichen Apfelsorten, die wir in die Statistik einpflegen. Bei den Rückmeldungen sind sehr viele Personen dabei, die zum ersten Mal nach 20 und mehr Jahren wieder Äpfel probiert haben und begeistert sind, dass sie diese ohne jeglichen Probleme essen können. Ein Nebeneffekt des Apfelkonsums ist dann auch, dass  Verdauungsprobleme beseitigt werden. Das ein täglicher Apfelkonsum gut für die Gesundheit ist, brauchen wir an dieser Stelle nicht weiter auszuführen.

Aus den Reihen der Apfelallergiker habem uns mehrere Vorschläge aus eigenen Erfahrungen erreicht, die den Konsum generell betreffen.

> kurz eingefrorene Äpfel (1 - 2 Tage) können nach dem Auftauen problemlos gegessen werden.

> Äpfel kurz (ca. 6 - 10 Sekunden) in der Mikrowelle erhitzen. Geschmacklich verändern sich die Äpfel dadurch nicht. Vielleicht einfach einmal ausprobieren.

Ob dies für alle Allergiker gilt kann nicht gesagt werden. Problem dürfte aber auch sein, dass beim Einfrieren auch Geschmackskomponenten verloren gehen. Zudem scheint die Lagerdauer beim Polyphenolgehalt eine Rolle zu spielen. Dieser nimmt mit längerer Lagerdauer und abhängig von der Sorte ab und damit allergische Reaktionen zu. Dies gilt aber nicht für alle Allergiker.

Lieferantenliste alte Apfelsorten - Apfelsorten aus biologischem Anbau


Für uns ist unverständlich, dass man im biologischen Anbau auch auf die anfälligen Einheitssorten des herkömmlichen Anbaus setzt, statt die robusten Sorten anzupflanzen. Hier ist dann der Einsatz biologischer Spritzmittel notwendig. Die für Allergiker verträglichen alten Sorten gibt es daher kaum im Handel. Wir haben zwei Listen von Obstlieferanten zusammengestellt, bei denen auch alte, für Allergiker verträgliche Apfelsorten angeboten werden.

Eine Liste für Deutschland und eine Liste für Österreich und die Schweiz. Anforderung der Liste unter kontakt@bund-lemgo.de.


Für ergänzende Sortenhinweise und Anregungen sind wir Ihnen dankbar.

Apfelallergiker mit Wohnsitz im Raum Lippe können auch gerne an unserer jährlichen Führung mit dem Motto "Probieren geht über studieren" teilnehmen und vor Ort die Sorten testen bzw. einzelne Äpfel zum Test mit nach Hause nehmen. Die Veranstaltung findet meist im September statt und wird rechtzeitig im Internet und in der Presse angekündigt.

Für Ihre Unterstützung recht herzlichen Dank.

August - September 2014

– NDR-Visite berichtet über BUND-Projekt zum Thema Apfelallergie

hier der Link zum Bericht - ansehen und weiter empfehlen

Fernsehbericht NDR-Visite zur Apfelallergie

Oktober 2014

hier noch ein Link zu einem Bericht des Schweizer Fernsehens

http://www.srf.ch/gesundheit/lifestyle/apfelallergie-alte-sorten-sind-vertraeglicher

 

 

Ergänzung: Auf der Internetseite des NDR bzw. im Beitrag wird angegeben: „Äpfel mit hohem Polyphenolgehalt lassen sich nicht so lange lagern,“ Diese pauschale Aussage ist falsch. Auf unserer Internetseite zur Lagerung können Sie nachlesen welche natürliche Lagerfähigkeit die alten Apfelsorten haben. Manche für Apfelallergiker verträgliche Sorten schaffen es bis zum Juni des nächsten Jahres. Nach Petzold „Apfelsorten“  verlängert sich die natürliche Lagerfähigkeit im CA-Lager (engl. controlled atmosphere) um bis zu 6 Monaten, ist aber sortenabhängig. Auch kann über die Farbe der Apfelsorte nach unseren Erfahrungen nicht gesagt werden, ob diese verträglicher oder unverträglicher sind. Die Farbe rot spielt bei den Neuzüchtungen eine wesentliche Rolle, weil diese den Menschen mehr anspricht und nicht unbedingt der Verstand beim Apfelkauf entscheidet. Wer fragt schon am Apfelstand nach wie es mit den wertvollen Inhaltsstoffen aussieht? Das sollten Sie einfach einmal versuchen. Viele der roten Neuzüchtungen sind aber für Allergiker unverträglich. Wogegen Sorten ohne rote Farbe oder mit geringer roter Färbung wie Ananasrenette, Champagnerrenette, Finkenwerder Herbstprinz, Minister von Hammerstein, Schöner aus Boskoop, Usterapfel, der Weiße Klarapfel oder der Weiße Winterglockenapfel als verträglich eingestuft werden. Auch die Aussage zu Form und Süße "keine perfekte Form bei alten Sorten und keine süßen Äpfel" sind so pauschal nicht haltbar. Welchen Sinn macht es einen Apfel mit einer "perfekten Form" zu kaufen und süße Äpfel gibt es auch bei den alten Apfelsorten.

Unsinnige Aussagen zum Thema Apfelallergie

 

Aussage: "Im Süden Deutschlands kommen Apfelallergien häufiger vor als im Norden"

Die über 600 Anfragen von Allergikern in den letzten Jahren beim BUND Lemgo kommen aus ganz Deutschland und zwar aus allen Regionen.

Aussage: "Alte Sorten können nicht so lange gelagert werden"

Die Lagermöglichkeiten sind sortenspezifisch und gelten sowohl für alte Sorten als auch für Neuzüchtungen. Bei vielen alten Sorten gibt es sogar eine natürliche Lagerfähigkeit von bis zu 8 Monaten.

Aussage: "Rote Äpfel sind für Allergiker eher verträglich"

So pauschal völlig falsch. Es ist eher umgekehrt aber nur deshalb, weil bei den Neuzüchtungen die Farbe "rot" vom Verbraucher gewünscht wird. Die Farbe sagt aber überhaupt nichts über die Inhaltsstoffe aus. Dies sollte den Verbraucher viel mehr interessieren.

 

 

BUND Lemgo startet in Kooperation mit dem Pomologen Eckart Brandt und seiner Frau Judith Bernhard ein bundesweites Projekt um Apfelallergikern zu helfen.

Es gibt Allergiker mit einer Nahrungsmittelallergie, die seit Jahren keinen Apfel mehr gegessen haben. Viele von Ihnen wissen gar nicht, dass die Allergie sortenspezifisch sein kann. Da insbesondere alte Apfelsorten als verträglich gelten, diese aber im Handel nicht bzw. nur sehr selten erhältlich sind, wurde die Idee geboren, den betroffenen Allergikern ein Probierpaket anzubieten. Mit Judith Bernhard und Eckart Brandt aus dem Alten Land hat der BUND Lemgo Projektpartner gefunden, die sich ebenso engagiert für den Erhalt alter Obstsorten einsetzen und die auf Basis der Erfahrungsliste des BUND Lemgo nun Apfelsorten anbieten. Informationen zum Angebot gibt es unter: Boomgardenshop

Wir hoffen, dass es nun noch mehr Menschen gibt, die wieder problemlos Äpfel genießen können.

 

 

Judith Bernhard & Eckart Brandt

Berichterstattung der Presse über das Projekt des BUND-Lemgo


In zahlreichen Fachzeitschriften, im Internet und in der Tagespresse wurde bisher schon über das Projekt berichtet. Ein umfangreicher Bericht wurde in der Ausgabe 10/2010 der Zeitschrift kraut&rüben veröffentlicht.

Im Beitrag weist Professor Reinhold Cale von der UNI Hohenheim darauf hin, dass die Zuchterfolge mit der Minimierung der Bio-Phenole bei den neuen Apfelsorten schlechthin Unsinn wäre, weil diese zum einen den Apfelallergikern helfen würden und zum anderen dafür sorgen, dass die Abwehrkräfte des Baumes gegen Pilze und Bakterien gestärkt werden.

Wir danken dem Verlag, dass wir den Bericht hier als Download zur Verfügng stellen dürfen.

 

 

 


Lemgo, 14. September 2011

RTL AKTUELL - Welche Äpfel sind verträglich?

Video: Apfel-Allergie (2:07)


2011 startet der Bund Lemgo eine Kooperation mit der Hochschule OWL - Abt. Lebensmitteltechnologie -

Ziel des Projekts ist es einmal zu untersuchen, ob die Meldungen im Rahmen der BUND-Statistik durch wissenschaftliche Untersuchungen bestätigt werden können. Dazu sollen im Rahmen einer Bachelorarbeit die Polyphenolgehalte untersucht werden, die nach vorliegenden Untersuchungen mit ausschlaggebend dafür sind, ob allergische Reaktionen hervorgerufen werden oder nicht.

Der BUND Lemgo stellt dazu kostenfrei die Äpfel aus der Streuobstwiese für Untersuchungen zur Verfügung und unterstützt die Hochschule bei ihrer Arbeit.

Fotos rechts:

01 Student Thomas Bernert und Professor Dr. Jürgen Zapp beim Pflücken der Äpfel 

02 Willi Hennebrüder BUND Lemgo, Professer Dr. Jürgen Zapp, Thomas Bernert, Jan Münstermann (wiss. Mitarbeiter)  


Bachelorarbeit bestätigt BUND-Liste zur Apfelallergie - Auszug aus der Pressemitteilung

Prof. Dr. Jürgen Zapp vom Institut für Lebensmitteltechnologie NRW an der Hochschule OWL vermutet, dass die Stoffgruppe der Polyphenole, die in neuen Apfelzüchtungen reduziert wurde, mit der besseren Verträglichkeit traditioneller Sorten zu tun hat. „Polyphenole können das eigentliche Apfelallergen inaktivieren und somit verhindern, dass die allergieauslösenden Eiweißstoffe vom Körper aufgenommen werden“. In Zusammenarbeit mit dem BUND Lemgo fand nun an der Hochschule ein Polyphenol-Screening von Äpfeln statt. Dabei wurden im Rahmen einer Bachelorarbeit die von Allergikern dem BUND Lemgo gemeldeten und als verträglich bzw. unverträglich eingestuften Sorten auf ihren Polyphenolgehalt untersucht. Thomas Bernert konnte für seine Bachelorarbeit auf die verträglichen Apfelsorten aus der BUND-Streuobstwiese Am Lindenhaus zugreifen. Dazu wurden noch gängige Marktsorten zugekauft.

„Alte Apfelsorten wie Eifeler Rambur, Roter Boskoop, Goldprämane und Roter Eiserapfel zeichnen sich durch deutlich höhere Gehalte an Polyphenolen im Vergleich zu den untersuchten Neuzüchtungen Braeburn, Golden Delecious oder Granny Smith aus. Diese Inhaltsstoffe sind wegen ihrer antioxidativen Wirkung mit weiteren gesundheitlichen Nutzen verknüpft“, so Prof. Zapp. Willi Hennebrüder von der Lemgoer BUND-Gruppe sieht erfreut, dass die Ergebnisse der Untersuchungen zu den Polyphenolgehalten die Verträglichkeitsangaben der Allergiedatenbank weitgehend bestätigen und dass sich die Datenbank als echte Hilfe für Apfelallergiker herausstellt. Die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen der Hochschule OWL und dem BUND Lemgo soll weiter fortgesetzt werden. So sollen unter anderem die Auswirkungen der Lagerdauer auf den Polyphenolgehalt untersucht werden.

Weitere Links zum Thema Apfelallergie

*Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung

*Bericht des JKI-Instituts für Züchtungsforschung an gartenbaulichen Kulturen und Obst, Dresden.

*European Centre for Allergy Research Foundation (ECARF)

*In den Niederlanden gab es Untersuchungen zur Neuzüchtung Santana und ihre Verträglichkeit für Allergiker.

Apfelsortenstatistik


 

Einige verträgliche Apfelsorten sind hier bereits abgebildet. In unserer Obstsortendatenbank gibt es weitere Farbtafeln und Beschreibungen zu alten Obstsorten.

Zu den neueren Sorten gibt es leider keine Farbtafeln. Die Literatur unterliegt noch einem Copyright, zudem verlangen die Verlage hohe Kosten für eine Veröffentlichung der Farbtafeln aus den neuen Büchern.

Gravensteiner
 
Gravensteiner Goldparmäne Goldrenette
Freiherr von Berlepsch
  Minister
von Hammerstein
Schöner aus
Boskoop
Glockenapfel Weißer Klarapfel

Statistik zu verträglichen und unverträglichen Apfelsorten - Kurzfassung als Download:

Sortenliste


– getestete Sorten, d.h. Sorten, für die es von Allergikern eine Rückmeldung gibt – Stand: September 2014 - Wir haben die alten Apfelsorten mit unserer Obstsortendatenbank verlinkt, einfach den Sortennamen anklicken. Einfach die Sortennamen anklicken. Die mit * versehenen verträglichen Sorten sind in der Streuobstwiese in Lemgo vorhanden.

Sorte Meldungen von Allergikern
  verträglich unverträglich
Adamsapfel * 5 1
Adersleber Kalvill 3 1
Alkmene 42 5
Ananasrenette * 6 1
Antares 1 0
Apfel aus Croncels 3 0
Arlet 2 1
Altländer Pfannkuchenapfel * 14 1
Baumanns Renette 1 1
Berlepsch * 35 3
Berner Rosenapfel 7 0
Biesterfelder Renette * 14 1
Bittenfelder Sämling 1 0
Bödikers Goldrenette 1 0
Braeburn 5 32
Brettacher Sämling 4 0
Brünnerling 1 0
Champagner Renette * 7 3
Collina 2 0
Cox Orangen-Renette 4 12
Cybele 1 0
Damasonrenette* 3 0
Danziger Kantapfel 5 0
Delbard 1 1
Doktor Seeligs Orangenpepping 2 0
Doppelter Prinzenapfel 0 1
Douce Rouge * 5 0
Dülmener Rosenapfel* 2 1
Echter Prinz 3 0
Eifeler Rambur * 3 1
Ellisons Orangenrenette 1 0
Elstar 10 31
Fallstaff 1 0
Fiesta 1 1
Filippas Apfel 2 1
Finkenwerder Herbstprinz * 12 1
Florina 2 0
Fürst Bückler 1 0
Fuji 1 6
Gala 1 21
Galloway Pepping 3 0
Gartenmeister 1 0
Gascoignes Scharlachroter 0 1
Geflammter Kardinal 3 0
Geheimrat Dr. Oldenburg 2 3
Gelber Bellefleur 2 0
Gelber Richard 1 1
Gestreifter Cousinot 1 0
Gewürzluiken * 4 1
Gloster 5 1
Gniedelstein 1 0
Golden Delicious 2 40
Goldgelbe Renette 0 1
Goldparmäne * 48 8
Goldrenette aus Blenheim * 6 0
Grahams Jubiläumsapfel 0 1
Granny Smith 0 34
Grasblümchen 1 0
Graue Herbstrenette 3 0
Gravensteiner * 24 7
Grosiapfel * 5 0
Großer rheinischer Bohnapfel 1 2
Hauxapfel 1 0
Helios 1 0
Hildesheimer Goldrenette 1 0
Holsteiner Cox 6 1
Honey Crisp 1 0
Horneburger Pfannkuchenapfel* 1 0
Idared 1 0
Ingrid Marie 3 7
Jakob Lebel 2 0
James Grieve 8 4
Jonagold 3 33
Jonathan 5 0
Kaiser Wilhelm * 14 2
Kanadarenette* 1 0
Kardinal Bea 2 0
Knebusch 2 1
Königinapfel - The Queen 1 0
Kronprinz Rudolf 1 0
Krügers Dickstiel 5 1
Landsberger Renette 5 1
Lanes Prinz Albert 0 1
Lohrer Rambur 1 0
Lütticher Ananaskalvill 1 0
Luxemburger Triumph 3 0
Martens Gravensteiner 1 0
Martini 2 0
Melrose 1 1
Minister von Hammerstein 6 0
Muskatrenette 0 1
Mutterapfel 5 0
Nicoter 1 0
Notarisapfel* 8 0
Ontario* 14 0
Peter Heusgen Goldrenette 2 0
Peter Martens 1 0
Pingo 1 1
Pink Lady 7 6
Pilot 7 1
Pinova 6 2
Piros 1 0
Pommerscher Schneeapfel 1 0
Prima 1 0
Prinz Albrecht von Preußen 27 2
Pulinsky 1 0
Purpurroter Cousinot 0 2
Reanda 1 1
Red Prince 0 1
Relinda 0 1
Renette aus Orleans 1 0
Renora 0 1
Retina 1 0
Rewena 1 0
Rheinische Schafsnase 1 0
Rheinischer Winterrambur 2 0
Ripston Pepping 6 1
Rote Sternrenette 3 2
Roter Bellefleur 1 0
Roter Berlepsch 7 1
Roter Boskoop * 33 7
Roter Delicious 0 7
Roter Eiserapfel 2 0
Roter Gravensteiner 2 1
Roter Herbstkalvill 3 0
Roter Münsterländer 0 1
Rotfranch 1 0
Rubinette 22 4
Rubinstar 0 2
Säfstaholm 1 0
Safranpepping 1 0
Sankt Galler Klosterrapfel 6 0
Santana 26 6
Schöner aus Boskoop * 23 3
Schöner aus Herrenhut 4 0
Schöner aus Nordhausen 4 1
Schöner aus Pontoise 1 0
Schöner aus Wiltshire 0 1
Schöner vom Lindenhaus 3 0
Seestermüher Zitronenapfel 5 3
Shampion 2 1
Signe Tillisch 1 0
Süßer Verenacher 6 0
Tannenkrüger * 3 0
Topas 9 7
Trierer Weinapfel 1 0
Ülzener Rambur 1 1
Usterapfel 6 0
Weigelts Zinszahler 1 0
Weißer Klarapfel 14 1
Weißer Winterglockenapfel * 17 0
Weißer Winterkalvill 1 0
Wellant 4 1
Westfälische Tiefblüte 1 0
Westfälischer Gülderling 2 0
WInterprinz 1 0
Wöbers Rambur * 6 1
Wohlschmecker aus Vierlanden 1 0
Zabergäurenette 2 1
von Zuccalmaglios Renette * 2 0

Kontaktadressen und Links

Alles zur Allergologie
Darstellung von ca. 4000 potentiellen Allergenen
www.alles-zur-allergologie.de


Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V. (DAAB)
Fliethstr. 114
41061 Mönchengladbach
Fon (0 21 61) 81 49 4 - 0
Internet: www.daab.de



Allergieportal
Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL)

Bundesallee 50
38116 Braunschweig
Fon 030/18444-00311
Internet: www.aktionsplan-allergien.de


Grenzüberschreitende Ernährungsforschung

Das Max Rubner-Institut in Karlsruhe beschäftigt sich mit der Frage der Verträglichkeit von alten Apfelsorten für Allergiker und Diabetiker. Diese alten Sorten werden fast ausschließlich nur noch in Streuobstwiesen angebaut. Die aktuellen Erkenntnisse dieser Forschung findet man unter:

www.nutrhi.net


Wichtiger Hinweis für hochgradig sensibilisierte Allergiker

Uns hat zum Projekt ein wichtiger Hinweis von Prof. Dr. med. R. Stadler, Hautklinik am Klinikum Minden erreicht.

Hochgradig sensibilisierte Allergiker sollten nur mit Zustimmung und Betreuung ihres Facharztes entsprechende Tests mit alten Apfelsorten durchführen, da die Eigenexposition zu erheblichen allergischen Symptomen führen bis hin zur Anaphylaxie.