Menschen tragen eine Erdkugel

Äpfel lagern / Apfelstiegen

Die als lagerfähig eingestuften alten Apfelsorten sollten möglichst kühl, frostfrei, dunkel und bei gleicher Temperatur zwischen 2°C und 6°C gelagert werden. Eine Luftfeuchtigkeit von ca. 85 % ist wünschenswert. Die Äpfel sollten möglichst seperat gelagert werden.

Gewölbekeller

Gewölbekeller

Erdkeller - Foto: www.ruzhollen.de

Erdkeller - Foto Agentur Jörg Schmieder

 

Zeitschrift für Obst- und Gartenbau 1885

 

Ideal für die Lagerung ist ein luftiger Gewölbekeller (Klinkermauerwerk) mit Lehmboden oder lose eingelegten Ziegelsteinen ohne Heizungsrohre. Hier hat man die notwendige hohe Luftfeuchtigkeit und eine ausgeglichene Temperatur. Die normalen Keller sind aber wegen ihrer Trockenheit und Wärme für die Lagerung von Äpfeln meist ungeeignet. Von daher sind Erdkeller im Garten eine echte Alternative. Diese gibt es inzwischen auch schon recht preiswert, auch als Bausatz. Informationen dazu unter: www.schwedenservice24.de. Die Abbildung oben rechts zeigt, dass Obstkeller außerhalb des Hauses bereits 1885 als eine sinnvolle Investition galten.

Alternativ kann für die Lagerung auch eine Garage oder ein Schuppen genutzt werden. Bei Frost müssen dann aber die Äpfel mit Sackleinen oder Tuch abgedeckt werden. Wer einen Garten zur Verfügung hat, kann dort einen Erdkeller für die Lagerung von Obst und Gemüse einrichten. Durch eine entsprechende Gestaltung mit zum Beispiel einer Trockenmauer und der Bepflanzung  mit heimischen Stauden und Sträuchern entsteht so auch ein neuer Lebensraum für Tiere und Pflanzen.

Damit Mäuse nicht an die Äpfel gelangen, sollte man die Kisten z.B. auf einen Tisch mit Stahlrohren stellen. Alternativ zwei Mauern mit glatten Steinen hochziehen und ein Brett drauflegen. So hat man gleichzeitig einen zusätzlichen Arbeitstisch. Die Apfelhorde notfalls zusätzlich von Außen mit kleinmaschigen Draht schützen.

Früher wurden Äpfel so wie Steckrüben auch in Erdmieten untergebracht. Stroh und Schnee sorgten dafür, dass kein Frost an die Äpfel kam. Bis auf den heutigen Tag wird berichtet, dass dadurch die Lagerzeit sogar über 12 Monate möglich war.

Eine weitere Möglichkeit wäre die Abtrennung eines Kellerraumes zum Kellerfenster hin durch eine gut isolierte Zwischenwand. Dann könnte man hier das Kellerfenster offen lassen und so für einen kühlen Kellerraum sorgen. Hat man einen großen Fensterschacht könnte man Apfelstiegen auch dort hinein stellen.

Hinweise zur Apfelernte, zur Pflück- und Genussreife und zur Einlagerung

Im eigenen oder gar in Nachbars Garten stehen oftmals Apfelbäume deren Äpfel kaum genutzt werden. Grund sind Unkenntnis über Pflückreife, Genussreife und natürliche Lagerfähigkeit. Supermarktäpfel werden oft viel zu früh geerntet und gerade die letzten Wochen vor der Ernte tragen dazu bei, dass wertvolle Inhaltsstoffe im Apfel aufgenommen werden. So schmecken dann die Äpfel halt auch anders. Wichtig ist dann natürlich, das die Äpfel aus dem eigenen Garten unbehandelt sind und somit Äpfel in BIO-Qualität eingelagert werden.

Es sollten nur Äpfel mit optimaler Qualität eingelagert werden. Auch auf Bohrlöcher und Fraßstellen von Schädlingen achten. Ebenso keine von Schorf befallene Äpfel einlagern, da hier die normale Lagerdauer meist erheblich unterschritten wird. Die Äpfel dürfen auch keine Druck- und Faulstellen haben und sollten mit Stil gepflückt und eingelagert werden. Von daher schon bei der Ernte die Äpfel sorgfältig behandeln und vorsichtig in Körbe oder Kisten legen. Ideal ist es, wenn die Äpfel sofort in Apfelstiegen gelegt werden. Dies erspart einen weiteren Arbeitsgang und vermindert Druckstellen. Die Einlagerung erfolgt nach Sorten getrennt, da sich die Lagerfähigkeit erheblich unterscheidet. Auch müssen die Äpfel und Birnen sofort in den kühlen Lagerraum. Jeder Tag Zwischenlagerung in einem warmen Raum hat eine massive Verkürzung der natürlichen Lagerfährigkeit zur Folge.  Hilfreich ist es, wenn man die Kisten mit den Sortennamen beschriftet und die Lagerdauer notiert.

Äpfel die bei Sonnenwetter gepflückt werden vor dem Einlagern erst abkühlen lassen und immer getrennt von Gemüse lagern, sonst gammelt alles andere dahin. Die Früchte am besten in flachen Stiegen (Holzkisten) oder auf großflächigen Regalböden lagern. Besonders komfortabel sind spezielle, großformatige Schubladenregale (Apfelhorden) oder noch besser die von uns entwickelten Apfelstiegen. Äpfel stets mit dem Stiel unten einlagern.

Kartoffeln nicht neben Äpfel lagern

Manche Lebensmittel vertragen sich einfach nicht! So hat man es bei Oma gelernt und so scheint es wohl auch bei Kartoffeln und Äpfeln zu sein. Die ätherischen Öle der Äpfel begünstigen da Austreiben und das Schrumpeln der Kartoffeln. Daher sollte man die Kartoffeln nicht neben Äpfeln lagern. Diese Methode konnte man bei so manchen alten Bauern gut beobachten. Die Kartoffeln in den Keller oder in den Speiseraum und die Äpfel zum Einlagern auf den Speicher.

Am Anfang sollte man einmal wöchentlich die Äpfel kontrollieren und angefaulte Äpfel sofort entfernen. Wenn die beschädigten Äpfel nicht mehr selbst genutzt werden können, dann legen Sie die Äpfel im Garten aus. Die Vögel werden sich freuen. Die Futterstelle sollte frei zugängig sein, damit sich Katzen nicht anschleichen können. Nach dem ersten Lagermonat reicht ein Kontrollabstand bei den Äpfeln von 2 bis 3 Wochen.

Manche Apfelsorten benötigen einige Wochen und Monate, ehe sie ihr volles Aroma entfalten. Eine Damasonrenette oder ein Winterglockenapfel schmecken erst richtig gut ab Dezember bzw. Januar. Somit gibt es also 3 Termine bei den Äpfeln, die Pflückreife, die Genussreife und die maximale Lagerdauer.

Lagerempfehlungen aus alter Zeit - um ca. 1900

 

Hinweise zu Lagerregalen