Menschen tragen eine Erdkugel

Torfverzicht

Im Interesse des Artenschutzes auf den Kauf von Torf und Gartenerde auf Torfbasis verzichten!

Mit großer Besorgnis beobachten wir die Entwicklung beim Verkauf von Torf und Gartenerde auf Torfbasis. Ursache ist das massive Artensterben in den letzten noch intakten Mooren Europas. Trotz vieler Mahnungen seitens der Umweltorganisationen wird der Torfabbau ungehemmt fortgesetzt.

 BUND-Einkaufsführer für torffreie Erde

 

Torfabbau in Großenwörden in Niedersachsen im Jahre 2011

Torfabbau in Großenwörden in Niedersachsen im Jahre 2011

Sonderangebot Torf im Handel

In den Mooren leben spezialisierte Tiere und Pflanzen. Das Hochmoor ist ein extrem saurer Standort. Im Wurzelraum des nassen Bodens finden Pflanzen nur wenig Sauerstoff. Hochmoore sind außerdem nährstoffarm. Wasserüberschuss und Säuregehalt führen dazu, dass Bakterien und Pilze die abgestorbene Substanz nur sehr unvollständig abbauen können. Die Nährstoffe werden nicht wieder freigesetzt, sondern bleiben im Torf gebunden. Für die Ausbildung einer üppigen Vegetationsdecke fehlt damit die Grundlage.

Nur wenige, anspruchslose Pflanzenarten können sich hier ansiedeln. In vielen Fällen hat eine besondere Anpassung an die erschwerten Bedingungen stattgefunden. So zum Beispiel beim Sonnentau, der Insekten fängt und dadurch seinen Nährstoffbedarf deckt.

 

Moorfrosch und Sonnentau

Nur wenige Libellen, Schmetterlinge und einige Vögel nutzen die Moore als Lebensraum. Sie finden dort ein ausreichendes Nahrungsangebot und geeignete Biotopstrukturen. Birkhuhn, Kreuzotter, aber auch der Moorbläuling (Schmetterling) gehören zu den Raritäten der Moore. Gerade wegen ihrer Spezialisierung sind diese Tier- und Pflanzenarten hochgradig gefährdet.

Auf die massive Kritik der Umweltverbände haben inzwischen die Torfanbieter sehr geschickt reagiert. Nachdem die Mehrheit der Bürger sich bewusst war, dass jeder Kauf von Torf ein Beitrag zur Zerstörung der Vielfalt bei den Tier- und Pflanzenarten der Moore war, ging der Torfabsatz zurück.

Nun versucht man die Bürger gezielt hinters Licht zu führen. Es wird kaum noch reiner Torf angeboten. In den Supermärkten und Gartenbaubetrieben gibt es jetzt sogenannte "Gartenerde", die oft zu bis zu 90 % aus Torf besteht und der geringe Bestandteile von Kompost beigefügt wurden. Allerdings muss man nach diesen Inhaltsangaben schon intensiv suchen.

Deshalb die Bitte beim Kauf von Gartenerde zukünftig etwas genauer hinzuschauen. Nach unserer Auffassung gibt es im Handel genügend Alternativen zum Torf. So ist z. B. der Rindenkompost eine echte Alternative und stellt zugleich eine sinnvolle Verwertung von Abfällen in unserer Forstwirtschaft dar.

Die Nährstoffwerte sind unvergleichbar höher als beim Torf (s. Grafik).

Auch sollte man versuchen, den Bedarf an Dünger verstärkt durch die Eigenkompostierung zu decken. Hier bieten wir Information und Hilfe an (siehe Schriftenverzeichnis).