Menschen tragen eine Erdkugel

Kräuterspirale

Heutzutage sind die Grundstücke wegen der hohen Grundstückspreise meist klein geraten. Wer dennoch einen Nutzgarten anlegen möchte, muss versuchen den vorhandenen Raum optimal zu nutzen. Dazu gehört neben dem Hochbeet auch eine Kräuterspirale. Die Kräuter  sind mit ihrem Blütenangebot für Wildbienen ein wertvolle Nahrungsquelle. Sie locken die Wildbienen an, die dann auch für eine Bestäubung der übrigen Nutzpflanzen im Garten sorgen.


Die Kräuterspirale ist ein dreidimensionales Beet. Es ermöglicht auf kleinstem Raum Standortansprüchen von Pflanzen aus verschiedenen Klimazonen gerecht zu werden. Die Oberfläche der Kräuterspirale wird durch einen sich spiralig nach oben windenden Turm vergrößert, die Seitenwände dieses Turms werden durch Steine befestigt, die die Sonnenwärme speichern und an die Pflanzen abgeben. Der Fuß der Spirale kann durch einen Miniteich bereichert werden. Das Beet wird entsprechend der Pflanzenansprüche mit unterschiedlichem Füllboden ausgestattet.

An Platz werden 2,5 bis 3 m Durchmesser an einem sonnigen Standort benötigt. Die Kräuterspirale sollte vorzugsweise in Nord-Süd-Richtung angelegt werden. Mittig wird ein 50 - 70 cm hoher Steinhügel errichtet. 

Die Zeichnung zeigt den möglichen Aufbau. 

An dieser Stelle Dank an das Institut für Didaktik der Naturwissenschaften an der UNI Salzburg, das einer Verwendung im Rahmen unseres Berichts zugestimmt hat. Auf den Internetseiten www.biologiedidaktik.at/Pflanzen/spirale.html sind einzelne Schritte zur Erstellung einer Kräuterspirale auch mit Fotos dokumentiert. 

Vorbereitung 
Zunächst sollte man die notwendigen Natursteine beschaffen. Wie bei einer Trockenmauer lassen sich besonders gut plattenartige Steine verschiedenster Größe verarbeiten. Auf eine Vermauerung mit Zement sollte möglichst verzichtet werden, damit Hohlräume für Tiere wie Eidechsen entstehen und man in den mit Erde oder Lehm aufgefüllten Mauerritzen z.B. Kräuter wie Tripmadam, Thymian und Bergbohnenkraut aber auch typische Pflanzen einer Trocken-mauer wie Mauerpfeffer, Fetthenne oder Hauswurz anpflanzen kann. Hat man genügend Platz und nur unförmige Steine, kann man mit Ziegelsteinen eine spiralförmige Stützmauer erstellen, an die die Natursteine angelegt werden.
Weiterhin muss Sand und etwas Komposterde beschafft werden. Bitte hier darauf achten, dass kein Torf in der Komposterde steckt, weil es gilt, die wenigen Torfmoore mit ihren einzigartigen Pflanzengesellschaften zu erhalten.
Die ausgesuchte Fläche wird spatentief ausgehoben. Hat man einen tonigen Unterboden, sollte es zur Vermeidung von Staunässe etwa 30 cm tief sein. Die Grube, mit Ausnahme eines Teichbereichs, kann dann mit grobem Kies, Tonscherben, grobem Bauschutt oder Ziegelsteinstücken ausgefüllt werden. Um einen Teich zu bauen sollte man Teichfolie auslegen oder einen kleinen Fertigteich beschaffen.

Bau der Kräuterspirale 
Begonnen wird mit dem Teich, der bis zu einer Tiefe von 80 cm ausgehoben wird.  der  Teich zu bauen sollte man Teichfolie auslegen oder einen kleinen Fertigteich beschaffen. Beim Auslegen der Teichfolie darauf achten, dass unterhalb der Folie keine spitzen Steine herausragen. Hier ggfs. ein Schicht mit feinem Sand einbringen. 

Nun wird die erste Reihe Steine in Form einer Spirale mit zwei Windungen gelegt. Wenn Sie Natursteine für die Trockenmauer verwenden, sollten diese mindestens faustdick sein.  

Die Spirale aus Steinen und Erde wird schrittweise aufgebaut, bis der innere, höchste Punkt der Spirale etwa 80 Zentimeter Höhe erreicht hat. Nehmen Sie für die Verfüllung keine normale Gartenerde, sondern verwenden Sie für die verschiedenen Feuchtigkeitsbereiche Mischungen aus Erde, Sand und Kompost, die den Bedürfnissen der Pflanzen entsprechen. Es lassen sich vier Feuchtigkeitsbereiche unterscheiden: Für die oberste, trockene Zone wird der Gartenerde zur Hälfte Sand zugesetzt. Haben Sie stark lehmige Erde, geben Sie noch Kalksplitt hinzu. Nach unten hin nimmt der Sandanteil stetig ab. Stattdessen werden der Gartenerde humose Erde und Kompost zugegeben. Am Teichufer besteht die Mischung nur noch aus Erde und Kompost. 

Die Bepflanzung der Kräuterspirale 
Ist die Kräuterspirale fertig gebaut, sollte man sie nicht gleich bepflanzen. Die eingefüllte Erde muss erst etwas sacken. Am besten warten Sie ein paar Regengüsse ab und füllen dann nach Bedarf Erde nach.

Bei der Bepflanzung der Kräuterspirale selbst muss man darauf achten, dass die relativ klein- bzw. schwachwüchsigen Kräuterarten, wie Gartenkresse, Basilikum, Petersilie, Schnittlauch, Majoran, Portulak oder auch Thymian, nicht von groß- bzw. starkwüchsigen, wie Beifuß, Liebstöckel, Fenchel, Mariendistel, Königskerze oder Estragon, platz- und lichtmäßig unterdrückt werden. Die "Riesen" gehören deshalb stets in die hinteren Reihen, wo man sie an Haltestäbchen festbinden kann.

Am Ufer des Miniteichs kann man z.B. Pfeffer-, Wasser- und Krauseminzen pflanzen. Im Wasser kann Fieberklee, Brunnenkresse und Kalmus eingebracht werden. Auch ein paar Steine sollten in den Teich gelegt werden, damit Molche einen Unterschlupf finden. Hat man genügend Platz, sollte es auch eine Sumpfzone geben, in der Vögel bequem baden können.

Alternativen zur Kräuterspirale 
Hat man genügend Platz, kann man wie das Foto zeigt, auch ein Kräuterbeet mit großen Natursteinen bauen. 

Noch ein Tipp:
Natursteine wie z.B. die schönen bunten Kieselsteine aus der Ostsee, können auch zur Kennzeichnung der Kräuterpflanzen genutzt werden (siehe Foto rechts). 

 
 


Foto oben: www.kleingarten-bund.de

Dank an den Bund Deutscher Gartenfreunde wegen der Genehmigung zur Verwendung des Fotos.

Dank an Ralf Hense vom Kleinsthof für die Bereitstellung des Fotos.

Preiswerte Kennzeichnung

Kräuter sind wichtige Nahrungsquelle für Hummeln - Ackerhummel