Menschen tragen eine Erdkugel

Ursachen leerer Nistkasten

Es gibt immer wieder Fragen, warum ein angebrachter Nistkasten nicht angenommen wird und was man tun kann, um eine Annahme zu erreichen. Die Antwort ist in der Regel sehr einfach. Man sollte sich einmal in die Situation von verantwortlichen Vogeleltern versetzen, die vor der Auswahl einer Brutstätte stehen.

Hier einmal die möglichen Gründe, warum ein Nistkasten nicht angenommen oder verlassen wird:

  • Einflugöffnung nicht Richtung Ost-Süd-Ost oder ist an einem zu schrägen Ast mit Neigung nacht hingen angebracht
    bei meist Westwind wird es zu zugig, dies gilt auch, wenn die Bretter sich verzogen haben und wer möchte schon in einer Wohnung wohnen, in der es ewig durch alle Ritzen pfeift. Dies schadet der Gesundheit.
     
  • Der Nistkasten wurde erst im Frühjahr angebracht
    Da haben die meisten Vögel bereits eine Alternative ausgewählt.
     
  • Zugang zum Einflugloch
    Das Einflugloch ist durch Äste verdeckt. Die Vögel bevorzugen ein freies Feld vor dem Einflugloch.
     
  • Scharfe Kanten innen und außen am Einflugloch 
    bei dem von uns entwickelten Nistkästen ist das Einflugloch innen und außen leicht abgerundet, damit die Flügel bei einigen tausend Ein- und Ausflügen nicht geschädigt werden. Ein mögliches ständiges Picken am Einflugloch deutet nicht auf ein zu kleines Einflugloch hin, sondern auf scharfe Kanten. Da suchen die Meisen lieber nach Naturhöhlen ohne scharfe Kanten und ersparen sich die Arbeit eines wochenlangen Bearbeitens des Einflugloches.
  • Größe des Einflugloches
    Das Einflugloch ist zu groß oder zu klein. Bei Blaumeisen sollte der Durchmesser etwa 28 mm sein, bei Kohlmeisen und Feldsperling etwa 32 mm. Manchmal akzeptieren die Blaumeisen auch mangels Alternative ein größeres Einflugloch. Dann besteht die Gefahr, dass eine Kohlmeise die Blaumeise aus dem Nistkasten vertreibt und einfach über das vorhandene Nest (selbst wenn schon Eier darin sind) ihr eigenes Nest aufbaut. Von daher macht es Sinn für beide Meisenarten den entsprechende Angebot zur Verfügung zu stellen.

  • Schutzanstrich - Der Nistkasten wurde Außen und/oder Innen mit schädlichem Schutzanstrich versehen, bzw. das verwendete Holz besteht aus schadstoffbelastetem Material oder wurde getränkt. Die damit verbundenen Ausdünstungen werden von Vögeln erkannt. Siehe http://www.bund-lemgo.de/bund-nistkasten.html
     
  • Der Nistkasten hängt in praller Sonne und die Bretter sind zu dünn – es wird dann einfach zu heiß – in unserer Streuobstwiese beobachten wir, dass die Naturhöhlen in den Bäumen -dicker Außenmantel und Blätterwald- eher angenommen werden als angebrachte Nistkästen. Da ist der Holzbetonkasten von Schwegler auch ganz gut.
     
  • Im Umfeld des Nistkastens gib es zu viele Katzen 
    Meisen mit Erfahrung ziehen da in ein sicheres Umfeld.
  • Das Nahrungsangebot im Umfeld ist zu gering  
    bei dem von uns sprich keine Gärten mit heimischen Bäumen und Sträuchern mit entsprechendem Raupenbesatz. Kiefern, Fichten, Tujas und exotische Pflanzen mögen zwar schön aussehen, aber Raupen findet man da meist nicht.
  • Der Nistkasten wurde anderweitig belegt 
    Wespen, Hornissen, Fledermäuse etc. - einfach akzeptieren und einen weiteren Nistkasten aufhängen.
     
  • Es gibt in der Nähe des Nistkastens zu viele Störungen
    wer von uns würde schon gerne ein Haus an der Autobahn bauen?
     
  • In der Nähe des Nistkastens gibt es bessere Angebote
    hier ist ergänzend anzumerken, dass bei einer Besetzung aller Nistkästen davon auszugehen ist, dass es nicht genügend Nistmöglichkeiten gibt, was dann auch zu einem Kampf um die Nistmöglichkeiten führt. Da sollte man ruhig noch einen weiteren Nistkasten aufhängen und damit leben, dass ein Nistkasten vielleicht nur für die Nacht als Schlafstätte genutzt wird. Außerdem wurde schon mehrfach festgestellt, dass es eine gewisse Treue zum einmal ausgewählten Nistkasten in einer Vogelfamilie gibt.

       * Konkurrenzdruck
          Es gibt in unmittelbarer Nähe bereits einen bezogenen Nistkasten. Der Abstand von Nistkasten zu Nistkasten sollten nach Möglichkeit mindestens 20 m bis 30 m betragen. Sonst gibt es schon einmal Revierkämpfe.

  • In den Kasten wurde Nistmaterial eingebracht
    Es macht keinen Sinn einen Nistkasten bereits mit Nistmaterial aufzufüllen. Dies wird von den Vögeln nicht angenommen.

       * Verlassenes Nest - evtl. mit bereits gelegten Eiern -
         Die Vogeleltern könnten Feinden zum Opfer gefallen sein oder sie haben vergiftetes Futter (Einsatz von Spritzmitteln) gefressen und sind gestorben. Sofort säubern.

Was kann man sonst noch tun, um die Annahme eines Nistkastens und eine vielfältige Vogelwelt im Garten zu fördern:

  • Ein nicht zu sehr aufgeräumter Garten bzw. ein Garten, in dem es zumindest einige Wildecken gibt, ist die beste Voraussetzung. Hier finden die Vögel auch genügend Nistmaterial.
     
  • Ein Garten mit heimischen Bäumen, Sträuchern und Stauden, die nach Möglichkeit im Herbst auch Früchte für die Vögel tragen, ziehen Vögel an. Ist wie bei den Menschen und das Hotel "Mama" ist allen doch ein Begriff. Wenig Arbeit, alles was man braucht in der Nähe bzw. wird geliefert.
     
  • Auf jeden Fall auf den Einsatz von Spritzmitteln verzichten. Noch zappelnde Raupen werden von den Vögeln aufgenommen selbst verzehrt oder der Nachwuchs damit gefüttert. Der Tod ist eine zwangsläufige Folge.
     
  • Den Nistkasten frühzeitig im Herbst aufhängen. Da können die Vögel bei ihren Erkundungsflügen das neue Angebot schon entdecken.
     
  • Wenn im Winter gefüttert wird, lernen die Vögel die Nistmöglichkeiten frühzeitig kennen und nutzen das Angebot bereits für die Nacht.
     
  • Bei zu vielen Katzen im Umfeld, den Nistkasten katzensicher, z.B. an einer Hauswand anbringen. Evtl. auch einen Schutzring am Baum anbringen oder den Baum direkt am Stamm mit Rosen oder Weißdorn unterpflanzen.  
  • Ausgeharktes Moos ruhig in einer Gartenecke deponieren. Dies wird gerne als Nistmaterial angenommen. Ebenso Schaf- und Holzwolle.

 

  • zum Scluss noch ein Tipp: Einfach den Nistkasten einmal an einer anderen Stelle anbringen. Vielleicht gibt es ja Einflüsse am derzeitigen Standort, für die wir noch nicht die Ursachen kennen.