Menschen tragen eine Erdkugel

BUND - Nistkasten

 

Jahrelange Beobachtungen und Erfahrungen haben gezeigt, dass die herkömmliche Form der Nistkästen Probleme mit sich bringt. Ein langgebauter Nistkasten bietet Schutz vor natürlichen Feinden. Nesträuber, wie z.B. Eichhörnchen oder Marder erreichen die Eier nicht. Beim langgebauten Nistkasten können sich die Jungvögel in die hintere Ecke des Kastens zurückziehen. Dies schützt sie vor Katzen und Elstern.

BUND-Projekt 2015 - Vogelnistkasten mit Kamera - Vogel-TV

Um insbesondere Kindern aber auch Naturfreunden die Vogelwelt etwas näher zu bringen hat die Kreisgruppe Lippe den Großraumnistkasten nun mit einer Kamera ausgestattet. Die Minikamera verfügt über eine Belichtungsautomatik und eine automatische Verstärkungsregelung. Mitgeliefert werden 20 m Kabel, ein Netzteil 220 V und ein Anschlussplan für die Kamera. Der Anschluss ist einfach, voraussgesetzt Computer oder Fernseher verfügen über einen Vidio-Eingang. Jetzt kann man miterleben wie ein Vogelnest gebaut wird, die Eier gelegt und bebrütet werden, die Vögel schlüpfen, von ihren Eltern gefüttert werden und irgendwann ausfliegen. Die Bilder aus dem Nistkasten können direkt auf einen Fernseher oder Computer übertragen werden. Wer einen Nistkasten mit Kamerafunktion erwerben möchten erhält nähere Informationen unter post@bund-lippe.de. Eine Zusammenfassung der Vorteile zum Nistkasten mit Kamera gibt es auch als Download: Info Nistkasten mit Kamera

Vorteile des großen Brutraumes

Bei längeren Regenperioden wird von den Vogeleltern viel Feuchtigkeit in die Bruthöhle eingetragen. Beim Nistkasten mit einem langen Brutraum wird zwar auch der ganze Kasten mit Nistmaterial ausgestattet, die eigentliche Nestkuhle legen die Vögel aber im hinteren Bereich an (siehe Foto rechts). Somit haben die Vogeleltern im vorderen Bereich des Nestes genügend Platz. Nach dem Einfliegen werden die Jungvögel vom vorderen Nestbereich aus gefüttert. Hier tropft das Regenwasser ab. Jungvögel und Nesthöhle bleiben länger trocken. So wird die Sterbequote bei Jungvögeln wesentlich vermindert. Ist die Zahl der Jungvögel groß, haben sie im BUND-Nistkasten genügend Platz und werden nicht so schnell von ihren stärkeren Artgenossen totgetrampelt.

Gefahren durch Katzen am Nistkasten und für Jungvögel

Bei einfachen Nistkästen haben Katzen oft ein leichtes Spiel an die Jungvögel zu gelangen. Zudem haben Katzen ein Gespühr dafür, wann die Jungvögel ausfliegen und lauern dann meist vor dem Nistkasten. Jungvögel mit zu schwachen Flügeln landen dann meist zunächst einmal auf dem Boden. Da haben Katzen leichtes Spiel. Hat man selbst Katzen, sollte man sie am Ausflugtag einfach ein paar Stunden im Haus lassen. Dies setzt natürlich ständige Beobachtung voraus. Beim BUND-Nistkasten mit großem Innenraum ist genügend Platz für erste Übungen mit den Flügeln. Sind die Flügel stark genug, erreichen die Jungvögel beim ersten Ausflug direkt einen recht sicheren Platz auf einem Baum, Strauch oder einem Haus.

Ein weitere Vorteil beim BUND-Nistkasten ist der große Dachüberstand vorne. Damit wird verhinder, dass Katzen leicht ans Einflugloch kommen und Vögel beim Ausfliegen einfach abfangen.

Katzen sind insgesamt ein Problem für die Vogelwelt. In Deutschland gibt es rund 8,4 Millionen Katzen inkl. 2 Millionen verwilderter Hauskatzen (Quelle: Zeit 24. März 2013). Rechnet man, dass diese pro Monat nur einen Vogel fangen und töten, dann sterben täglich durch Haus- und verwilderte Hauskatzen über 275.000 Vögel. Werden Altvögel von Katzen gefangen, verhungern die Jungvögel im Nistkasten, was ein möglicher Grund ist wenn man, bei der Reinigung des Kastens tote Jungvögel oder noch Eier auffindet. Daher kann man sich nur der Forderung einer Kastrationspflicht für Freigänger-Katzen anschließen damit die Zahl der verwilderten Katzen reduziert wird.

Vor dem Hintergrund dieser Zahlen stellt sich die Frage, wo wäre Handeln und Aktivitäten angebrachter. Siehe dazu auch Bericht Die Zeit.

Angaben zum BUND-Nistkasten - Erfahrungen

Der Nistkasten wurde aus massivem Fichtenholz mit einer Holzstärke von 1,5 cm bis 2 cm hergestellt. Dies trägt wie bei einer natürlichen Baumhöhle dazu bei, dass das Binnenklima im Nistkasten nur gering schwankt und damit in der Brut- und Fütterungszeit optimale Bedingungen gegeben sind. Bei der Fertigung werden Schrauben verwandt, damit das Holz sich nicht durch die Witterungseinflüsse verziehen kann.

Den Nistkasten ab einer Höhe von 1,50 m mit dem Flugloch in Richtung Ost Südost aufhängen. Mögliche Ursachen, warum ein Nistkasten nicht angenommen wird, finden Sie hier: http://www.bund-lemgo.de/nistkasten.html

Der Boden des BUND-Lemgo Nistkasten wurde etwas höher eingebaut (Foto rechts unten). So entsteht eine Tropfnase. Dadurch kann das Regenwasser besser abtropfen und weniger Feuchtigkeit zieht in die Bodenplatte. Dies schützt die Jungvögel und verlängert die Lebensdauer des Nistkastens. Die Löcher im Boden sorgen zudem dafür, dass eingebrachte Feuchtigkeit besser nach unten entweichen kann. Der Sperriegel ermöglicht eine leichte Öffnung zur Kontrolle und Reinigung des Nistkastens. Der Dachüberstand sollte auch entsprechend groß sein, damit nicht zu viel Regenwasser ans Gehäuse gelangt und natürliche Feinde es schwieriger haben ans Einflugloch zu kommen.

Das Foto rechts mit Gelege wurde im Herbst 2007 gemacht. Die Blaumeiseneltern hatten das Nest offensichtlich aufgegeben. Ob sie natürlichen Feinden zum Opfer gefallen sind oder ob es eine andere Ursache war, ist leider nicht bekannt. Das Foto zeigt aber genau, wie sich die Vögel beim Nistkastenbau verhalten. Der ganze Kasten wird mit Nistmaterial ausgefüllt und die eigentliche Nisthöhle entsteht am Ende des Kastens. Im Normalfall ist dann für die 9 jungen Blaumeisen im Nistkasten genügend Platz.

Aufhängen des Nistkastens

Nistkästen in Richtung Ost bzw. Süd-Ost aufhängen, also abgewandt von der häufigsten Wetterschlagseite. Möglichst einen katzensicheren Standort wählen. Bäume können auch mit einem sogenannten Katzenabwehrgürtel gesichert werden (siehe Abbildung rechts).

Es macht Sinn in unmittelbarer Nähe einen Nistkasten für Blaumeisen mit kleinerem Einflugloch und einen Nistkasten für Kohlmeisen mit einem etwas größeren Einflugloch anzubringen. Kohlmeisen sind die etwas stärkeren Vögel. Hat z.B. eine Blaumeise sich einen Kohlmeisennistkasten als Nistplatz ausgesucht kann es durchaus sein, dass die Kohlmeise diesen Nistkasten übernimmt und ihr Nest über dem Blaumeisennest aufbaut. Die Kohlmeisen stört es auch nicht, wenn sich schon Einer im Kasten befinden.

Ist im Umfeld nur ein Blaumeisennistkasten vorhanden versuchen die Kohlmeisen die für sie zu kleine Einflugöffnung zu erweitern. Das untere Foto rechts vom Einflugloch zeigt ein Beispiel. Hier hat ein Kohlmeisenpaar fast 10 Tage lang versucht das Einflugloch zu erweitern. Die Blaumeisen hatten den Kasten bereits bezogen und auch schon 9 Eier abgelegt. Durch die Aktivitäten der Kohlmeisen - ständiges Picken und versperren des Einflugloches - hat das Blaumeisenpaar ihr Gelege aufgegeben. Gelingt Kohlmeisen der Zugang zu einem von Blaumeisen schon bezogenen Nistkasten, wird das Nest, selbst wenn dort schon Eier abgelegt worden sind, einfach überbaut.

Abwehrgürtel zum Schutz vor Katzen am Baum anbringen

Katzen gelingt es recht leicht einen Baum hoch zu klettern. Dabei lernen sie schnell dazu. Sie warten am Boden ab bis ein Vogel eingeflogen ist, setzen sich dann auf den Nistkasten und fangen den ausfliegenden Vogel ab. Mit der Anbringung eines Abwehrgürtels am Baumstamm verhindert man das Katzen oder auch Marder bis zum Nistkasten gelangen. Vor dem Kauf eines Abwehrgürtels unbedingt den Stammumfang messen. Der Gürtel sollte eine Mindestlänge von 70 cm aufweisen, da sich der Stammumfang im Laufe der Jahre auch erweitert.

Einflugloch abrunden

Bei den meisten Nistkästen die zum Verkauf angeboten werden hat das Einflugloch fast messerscharfe Kanten. Es sollte von Außen und Innen mit einer Feile abgerundet werden (Foto rechts). Sonst kommt es durch die scharfen Kanten beim Ein- und Ausfliegen zu Verletzungen der Federn. Das oftmals beobachtete ständige Picken an einer Einflugöffnung hat also meist nichts mit der Größe des Einfluglochs zu tun, sondern stellt den Versuch dar, die scharfen Kanten abzurunden.

 

Materialbehandlung - Dach

Die Außenbehandlung des Nistkastens erfolgt mit Leinöl oder umweltfreundlicher Farbe. Soll der Nistkasten dann an einem Baum angebracht werden, unbedingt Alunägel (im Fachhandel bzw. Fachversand erhältlich) verwenden, die den Baum nicht schädigen und falls sie einmal vergessen werden, auch keine Probleme für Baumsägen bereiten. Wenn Sie alternativ den Nistkasten an einem Baumast aufhängen möchten, bringen Sie einfach 2 Gurte an. Wir verwenden für die Anbringung zum Teil ausgediente Sicherheitsgurte, die somit nicht in der Müllverbrennung landen. Dies ist eine sinnvolle Wiederverwertung, zumal man die Gurte meist kostenfrei erhält.

Das Dach wurde mit Dachpappe versehen, um eine möglichst lange Haltbarkeit zu gewährleisten. Auch hier haben wir einen kleinen Überstand als Tropfnase.

Die vom BUND Lemgo konzipierten Nistkästen können auch ausgeliefert werden. Versandkosten erfragen. Geliefert werden 3 Ausführungen. Mit 28 mm (Blaumeisen) oder 32 mm (Kohlmeisen und Sperlinge) Einflugloch und eine Halbhöhle für Fliegenschnäpper und Hausrotschwanz.


Bestellung Nistkasten: Bestellformular

Abholung nach Terminvereinbarung in Lemgo möglich. Preis je Nistkasten 20,00 €

 

  Eine Beschreibung zum BUND-Nistkasten und seiner Verwendung können Sie im
Schriftenverzeichnis anfordern.

 

  Bauplan BUND-Nistkasten

 

Verzicht auf Chemieeinsatz im Garten

Eine der Hauptursachen für tote Vögel ist der Einsatz von Chemie gegen Läuse, Milben und Raupen. Im Todeskampf zappelnde Raupen sind leicht von Vögeln zu finden. Sie verzehren sie selbst, sterben und dann verhungert zwangsläufig auch der Nachwuchs. Werden die Jungvögel damit gefüttert, sterben auch diese elendig. Als bei der Bekämpfung von Schadinsekten lieber auf die Hilfe der Nützlinge setzen.

 

Fehlerhafte Nistkästen und positive Beispiele

 

Viele Nistkästen werden mit einer Ansitzstange ausgestattet. Wie das nebenstehende Fotos zeigt ist dies beim Einfliegen und Füttern hinderlich. Solche Ansitzstangen helfen eher den  Feinden wie Katzen und Eichhörnchen. Von daher bitte auf Ansitzstangen verzichten bzw. diese entfernen. 

Scharfe Kanten (Foto 01) sollten Innen und Außen abgerundet werden damit die Flügel beim Ein- und Ausfliegen keinen Schaden nehmen.

 

Ohne Ansitzstange können die Vögel problemlos Ein- und ausfliegen. Dies erleichtert auch die Fütterung des Nachwuches.

 

 

Dieses Foto von einem alten Nistkasten zeigt, dass die Meisen hier wohl tagelang daran gearbeitet haben die scharfen Kanten zu entfernen und das Einflugloch zu optimieren.

 

 

Statt Schichtholz sollte Massivholz genommen werden, weil Schichtholz im Laufe der Jahre doch aufquillt und abblättert. Die Dachpappe sollte auch das gesamte Dach schützen, damit dort keine Feuchtigkeit einzieht. 

 

Das Foto zeigt einen an einen Obstbaum aufgehängten Nistkasten. Hier haben Katzen keinerlei Möglichkeit an das Einflugloch zu gelangen um Vögel zu fangen.

Beim Nistkastenangebot sollten sowohl für Blaumeisen (Einflugloch 26 mm - 28 mm Durchmesser) als auch für Kohlmeisen, Feldsperling etc. (Einflugloch 32 mm Durchmesser) Nistkästen angebracht werden. Blaumeisen bevorzugen aufgrund ihrer langjährigen Erfahrungen die Kästen mit den kleineren Einfluglöchern, weil dann Feldsperlinge oder Kohlmeisen sie nicht aus dem Nest vertreiben. Es wurde schon vielfach beobachtet, dass bei fehlenden Nistmöglichkeiten einfach das Blaumeisennest samt Eiern überbaut und die Blaumeisen vertrieben worden sind.


Erhalt alter Bäume mit Naturhöhlen ist wichtig

An Schnitt- und Abbruchstellen von Ästen bilden sich im Laufe der Jahre Naturhöhlen aus. Dazu kommen die Aktivitäten der Spechte, die fleißig in Baumstämmen Nisthöhlen zimmern die  in den Folgejahren Höhlenbrütern als Nistplatz dienen. Zu den Bewohnern der Naturhöhlen gehören auch Fledermäuse, Hornissen und Wespen.

Naturhöhlen haben im Vergleich zu den künstlichen Nisthilfen zwei Vorteile. Sie sind bestens getarnt. Die dicke Rinde und der Blätterwald schützen vor Temperaturschwankungen und Feuchtigkeit.

 

Ein Starenpaar hat die ehemalige Spechthöhle bezogen.

 

Eine Blaumeise hat ihr Nest in einem alten Apfelbaum und füttert dort ihre Jungen.

Heimische Gehölze - Naturnaher Garten

In den Garten gehören heimische Gehölze und keine Nadelgehölze wie z.B. Tujas. Auf den heimischen Gehölzen leben die Raupen, die die Vögel für ihre eigene Ernährung und für die Aufzucht der Jungen benötigen. Dabei kann man durchaus Sträucher/Sträucher wie z.B. Holunder, Kirschpflaume, Schlehe oder Weisdorn pflanzen, deren Früchte man auch selbst nutzen kann. Ist der eigene Garten und/oder das Umfeld nicht naturnah, wird es auch nur selten Vögel in den Nistkästen geben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dieser Nistkasten wurde vom BUND-Lemgo konzipiert. Er hat einen besonders großen Brutraum.


Verlassenes Blaumeisennest

 

Hier haben Katzen leichtes Spiel

Bericht zum Thema Vogeltod durch Katzen

Bericht Spektrum-Wissen

Katzenabwehrgürtel zur Sicherung von Nistkästen

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Das Einflugloch muss abgerundet sein

von Kohlmeise bearbeitetes Einflugloch



Die Bodenplatte des Nistkastens

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