Streuobstwiesen – ein besonderer Lebensraum
Der Obstbau hatte in der Menschheitsgeschichte schon immer eine große Bedeutung. Schon zu Zeiten der Römer war er weit verbreitet. Pomonawar die römische Göttin des Obstsegens. Sie war die Frau des Gottes Vertumnus; die Legende machte sie auch zur Geliebten des Picus, des Vaters des Gottes Faunus. Ihr Name leitet sich von dem lateinischen Wort pomum (Baumfrucht, Obstfrucht) ab. Das römische Erntedankfest trug den Namen der Göttin Pomona und wurde im Herbst gefeiert. Die Römer führten dieses Fest sogar in Irland und Großbritannien ein, wo es zusammen mit dem keltischen Fest Samhain gefeiert wurde und später von den Christen um 835 zu Halloween gemacht wurde. Der Pomona war ein heiliger Hain zwischen Rom und Ostia geweiht. (aus Wikipedia) Streuobstwiesen und ihre BedeutungSeit Jahrhunderten gehören Obstwiesen zu den landschaftsprägenden Elementen unserer Kulturlandschaft. Bauernhöfe und Ansiedlungen wurden zum Schutz vor Kälte und Sturm von Obstwiesen umgeben und somit auf ganz natürliche Art und Weise in die Landschaft eingebunden. Durch den Sortenreichtum der Streuobstwiesen und durch altbewährte Lagerungs- und Konservierungsmethoden gab es auch früher das ganzjährig ein vitaminreiches Nahrungsangebot. Streuobstwiesen sind ein vielfältiger Lebensraum für eine Vielzahl von Tieren und Pflanzen, den es zu schützen gilt. Von daher bieten wir rund um das Thema Obstwiese diverse Informationen an. Dazu gehören auch die Abbildungen zu den Obstsorten, die in der Streuobstwiese vorhanden sind." |
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Einkehr von Ludwig UhlandBei einem Wirte wundermild, Da war ich jüngst zu Gaste; Ein gold'ner Apfel war sein Schild An einem langen Aste. Es war der gute Apfelbaum, Bei dem ich eingekehret; Mit süßer Kost und frischem Schaum Hat er ich wohl genähret. Es kamen in sein grünes Haus Viel' leichtbeschwingte Gäste: Sie sprangen frei und hielten Schmaus Und sangen auf das beste. Ich fand ein Bett zur süßen Ruh' Auf weichen, grünen Matten Der Wirt, der deckte selbst mich zu Mit seinem kühlen Schatten. Nun fragt' ich nach der Schuldigkeit, Da schüttelt' er den Wipfel. Gesegnet sei er allezeit, Von der Wurzel bis zum Gipfel! |
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Streuobstwiesensind mehrfach nutzbare, hochstämmige Baumbestände auf Dauergrünland; mit Obstbäumen bestandene Flächen, die nicht nur der Ernte von Früchten wie Äpfel oder Birnen, sondern gleichzeitig auch der Gewinnung von Heu oder als Weide dienen. Im Frühjahr oder Frühsommer erfreuen sie uns mit ihrer Blütenpracht, im Sommer und Frühherbst ist es die Farbenpracht der Früchte und im Spätherbst belebt ihr bunt gefärbtes Laub die Landschaft. Sie sind ein Beitrag zu mehr Lebensqualität im Wohnumfeld. Streuobstwiesen tragen zur Erhaltung alter, an das jeweilige Lokaklima angepasster Obstsorten bei. Sie sind auch Elemente zur Hangsicherung und zum Wasserrückhalt. Früher umgaben sie fast jeden kleineren Ort. Inkl. der sie umgebenden Hecken war sie ein wertvoller Schutz gegen Stürme und Kälte. Obst war zudem eine wichtige Nahrungsquelle und wurde vielfältig verwertet (Dörrobst, Kuchen, Most, Mus, Saft, Tafelobst). Zudem wurden Obstsorten angebaut, die sich durch eine lange Lagerfähigkeit auszeichneten. |
![]() Obstbaum mit Misteln |
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Nicht geerntete Früchte dienen dem Wild als Futterquelle. Streuobstwiesen sind Vermehrungshabitatevon Nützlingen und sind wegen seiner tierökologischen Bedeutung hervorzuheben. Streuobstwiesen sind wesentliche Bestandteile der Biotopverbundsysteme. Streuobstwiesen bieten Nahrung und Behausung für viele Tierarten: Schon im Frühling während der Obstblüte werden zahlreiche Insekten angelockt: Bienen, Hummeln und Schmetterlinge, die für die Bestäubung sorgen, Wespen, Schlupfwespen und holzbewohnende Käfer. Es muss nicht extra erwähnt werden, dass durch diesen Insektenreichtum viele andere Tiere wie Igel, insektenfressende Vögel und Fledermäuse angelockt werden. In Streuobstwiesen finden auch alte Bäume Platz, deren Stämme und Äste schon morsch und hohl sind; dadurch bieten sie einer Vielzahl von Tieren Unterschlupf und sind ein wichtiges Wohn- und Bruthabitat wie verschiedene Specht- und Eulenarten. Sie sind Wohnhabitat von mehr als 50, teilweise gefährdeten Singvogelarten. Viele Vogelarten bauen ihre Nester erst ab einer gewissen Baumhöhe und benötigen einen Verbund an extensiv genutzten Biotopen. Auch für die europaweit seltenen Schläferarten sind sie ein wichtiges Wohnhabitat. Durch das ökologische Gleichgewicht mit der Vielzahl von Tierarten kann in Streuobstwiesen auf eine Schädlingsbekämpfung verzichtet werden |
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Ökologisches Konzept StreuobstwieseStatt Äpfel und Birnen aus Argentinien, Chile, Neuseeland usw. sollte man lieber wieder auf die heimischen Sorten zurückgreifen. Die Neuanlage von Streuobstwiesen kann im Rahmen von Ausgleichsmaßnahmen erfolgen. Wichtigste Bedingung ist aber die Betreuung. Diese kann durch einen Umweltverband, einen Gartenbauverein oder eine Dorfgemeinschaft erfolgen. Durch die Nutzung bzw. den Kauf regionaler Produkte leistet man einen Beitrag zum Klimaschutz. Ganz abgesehen davon, macht das Arbeiten in der Streuobstwiese einfach Spaß. |
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Alte Obstsorten in den Streuobstwiesen des BUND Lemgo
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In den Streuobstwiesen des BUND Lemgo befinden sich mehr als 250 Obstbäume. Neben Äpfeln (mehr als 50 Sorten) und Birnen (9 Sorten) sind es Kirschen, Pflaumen und Zwetschgen, Reneklauden, Wahlnussbäume und eine Vielzahl von Wildfrüchten (Brombeere, Holunder, Kirschpflaume, Sanddorn, Schlehe, Speierling, Steinweichsel, Traubenkirsche, Vogelbeere, Weißdorn).Nähere Informationen zum Projekt Streuobstwiesen und den alten Obstsorten finden Sie unter: http://www.bund-lemgo.de/streuobstwiesen.html Ein Info des Umweltministeriums NRW zum Streuobstwiesenschutz, zu dem auch der BUND Lemgo Fotos beigetragen hat, finden Sie als Download unter: http://www.umwelt.nrw.de/ministerium/service_kontakt/archiv/presse2008/presse081006.php |
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