Streuobstwiesen - ein besonderer Lebensraum
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| Streuobstwiese |
Streuobstwiesen sind mehrfach nutzbare, hochstämmige Baumbestände auf Dauergrünland; mit Obstbäumen bestandene Flächen, die nicht nur der Ernte von Früchten wie Äpfel oder Birnen, sondern gleichzeitig auch der Gewinnung von Heu oder als Weide dienen. Im Frühjahr oder Frühsommer erfreuen sie uns mit ihrer Blütenpracht, im Sommer und Frühherbst ist es die Farbenpracht der Früchte und im Spätherbst belebt ihr bunt gefärbtes Laub die Landschaft. Sie sind ein Beitrag zu mehr Lebensqualität im Wohnumfeld.
Streuobstwiesen tragen zur Erhaltung alter, an das jeweilige Lokaklima angepasster Obstsorten bei. Sie sind auch Elemente zur Hangsicherung und zum Wasserrückhalt. Früher umgaben sie fast jeden kleineren Ort. Inkl. der sie umgebenden Hecken war sie ein wertvoller Schutz gegen Stürme und Kälte. Obst war zudem eine wichtige Nahrungsquelle und wurde vielfältig verwertet (Dörrobst, Kuchen, Most, Mus, Saft, Tafelobst). Zudem wurden Obstsorten angebaut, die sich durch eine lange Lagerfähigkeit auszeichneten.
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| Obstbaum mit Misteln |
Nicht geerntete Früchte dienen dem Wild als Futterquelle. Streuobstwiesen sind Vermehrungshabitate von Nützlingen und sind wegen seiner tierökologischen Bedeutung hervorzuheben. Streuobstwiesen sind wesentliche Bestandteile der Biotopverbundsysteme.
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| Star |
Streuobstwiesen bieten Nahrung und Behausung für viele Tierarten: Schon im Frühling während der Obstblüte werden zahlreiche Insekten angelockt: Bienen, Hummeln und Schmetterlinge, die für die Bestäubung sorgen, Wespen, Schlupfwespen und holzbewohnende Käfer. Es muss nicht extra erwähnt werden, dass durch diesen Insektenreichtum viele andere Tiere wie Igel, insektenfressende Vögel und Fledermäuse angelockt werden.
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| Kohlmeise an Naturhöhle |
In Streuobstwiesen finden auch alte Bäume Platz, deren Stämme und Äste schon morsch und hohl sind; dadurch bieten sie einer Vielzahl von Tieren Unterschlupf und sind ein wichtiges Wohn- und Bruthabitat wie verschiedene Specht- und Eulenarten. Sie sind Wohnhabitat von mehr als 50, teilweise gefährdeten Singvogelarten. Viele Vogelarten bauen ihre Nester erst ab einer gewissen Baumhöhe und benötigen einen Verbund an extensiv genutzten Biotopen. Auch für die europaweit seltenen Schläferarten sind sie ein wichtiges Wohnhabitat.
Durch das ökologische Gleichgewicht mit der Vielzahl von Tierarten kann in Streuobstwiesen auf eine Schädlingsbekämpfung verzichtet werden
Ökologisches Konzept Streuobstwiese
Statt Äpfel und Birnen aus Argentinien, Chile, Neuseeland usw. sollte man lieber wieder auf die heimischen Sorten zurückgreifen. Die Neuanlage von Streuobstwiesen kann im Rahmen von Ausgleichsmaßnahmen erfolgen. Wichtigste Bedingung ist aber die Betreuung. Diese kann durch einen Umweltverband, einen Gartenbauverein oder eine Dorfgemeinschaft erfolgen.
Durch die Nutzung bzw. den Kauf regionaler Produkte leistet man einen Beitrag zum Klimaschutz. Ganz abgesehen davon, macht das Arbeiten in der Streuobstwiese einfach Spaß.
Alte Obstsorten in den Streuobstwiesen des BUND Lemgo
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In den Streuobstwiesen des BUND Lemgo befinden sich mehr als 250 Obstbäume. Neben Äpfeln (mehr als 50 Sorten) und Birnen (9 Sorten) sind es Kirschen, Pflaumen und Zwetschgen, Reneklauden, Wahlnussbäume und eine Vielzahl von Wildfrüchten (Brombeere, Holunder, Kirschpflaume, Sanddorn, Schlehe, Speierling, Steinweichsel, Traubenkirsche, Vogelbeere, Weißdorn).
Nähere Informationen zum Projekt Streuobstwiesen und den alten Obstsorten finden Sie unter:








