Veredeln von Obstbäumen

 

Obstbäume können im Normalfall nicht durch Kerne vermehrt werden. Ausnahme sind bestimmte Steinobstsorten, wie z.B. die Pfirsichsorte Kernechte vom Vorgebirge. Neue Obstsorten entstehen generativ aus Zufallssämlingen und aus Züchtungen. Eine weitere Form der Entstehung ist die Mutation einzelner Knospen, aus denen Nachkommen mit neuen Eigenschaften gewonnen werden können.
Will man die Eigenschaften der Ursprungssorte bewahren, ist nur eine Veredlung über einjährige Triebe der vorhandenen Obstbäume möglich.

Diese Kenntnisse haben eine lange Tradition. Wann und wo die Veredelungstechnik begründet wurde, ist leider nicht bekannt. Die Phönizier sollen bereits um 1.000 vor Christus in ihren Gärten Obstbäume veredelt haben. Diese Kenntnisse wurden später durch die Römer weiter verbreitet. Sie hatten Baumschulen und auch die Mönche des Benedektiner- und Karthäuserordens besaßen Anfang des zweiten Jahrtausends unserer Zeitrechnung weit und breit gerühmte, ganz vorzüglich eingerichtete Baumschulen, die selbstverständlich Veredelungen vornahmen und zur Verbreitung der Obstsorten beitrugen.

Klöster, aber auch die Fürstenhäuser sorgten dann dafür, dass die Kenntnisse zur Veredelung von möglichst vielen Menschen erlernt und angewandt wurden.

Wir möchten mit der Veröffentlichung der ausgezeichneteten Farbtafeln zum Werk von Held aus dem Jahr 1902 mit dem Titel "Die Veredelungen von Obstbäumen und Fruchtgehölzen" die vielen Möglichkeiten der Veredlung aufzeigen. Bei Interesse an überarbeiteten Originalfarbtafeln für Ausstellungen etc. Anfrage senden an kontakt(at)bund-lemgo.de.

An dieser Stelle sei Bruno Bolli aus Lemgo gedankt, der uns die Originaltafeln zur Verfügung gestellt hat.