Menschen tragen eine Erdkugel

Obstbaumschnitt

Um auch bei Hochstammbäumen einen hohen Ertrag mit guter Qualität zu erreichen, ist ein regelmäßiger Baumschnitt notwendig. Ziele sind u.a. ein stabiles Astgerüst, keine zu hohen oder zu breiten Bäume und genügend Licht, damit die Äpfel auch gut heranreifen können. Nur besonnte Früchte sind schmackhafte Früchte. Aus diesem Grunde werden in der Streuobstwiese die Bäume regelmäßig geschnitten. Ziel ist dabei aus ökologischer Sicht eine optimale regionale Versorgung zu erreichen.

Kursus Obstbaumschnitt

Damit auch Hobbygärtner Kenntnisse zum Obstbaumschnitt erlernen bietet die Lemgoer Ortsgruppe jährlich einen Kursus an. Gezeigt werden Erziehungs-, Pflege- und Verjüngungsschnitt. Von Vorteil ist dabei, dass in der Obstwiese Bäume aller Altersstufen stehen. Wer regelmäßig die Kurse besucht kann dabei auch sehen, wie sich die Bäume nach dem Baumschnitt entwickelt haben.

Den Termin für den Kursus im Frühjahr wird im Internet bekanntgegeben:

Termine

 

Kursus Obstbaumschnitt

Kursleiter Peter Gehler

Beispiele und Tipps zum Obstbaumschnitt

Negativbeispiel - Bürstenschnitt

Verschandelung des Baumes - Folge viele Wassersprosser und kaum sonnengereifte Früchte

 

In den ersten Jahren nach der Pflanzung ist ein regelmäßiger Schnitt notwendig um ein stabiles Astgerüst aufzubauen. Hier in Form einer Pyramide wobei die Seitentriebe etwas unterhalb des Mitteltriebes bleiben und eine sogenannte Saftwaage bilden, also auf etwa gleiche Höhe zurückgeschnitten werden.

 

Von unten kann man besser erkennen welche Äste man heraus schneiden soll, daher macht es Sinn mit 2 Leuten einen Baum zu schneiden.

Zuvor hochstehende Äste werden durch die Last der Äpfel nach unten gebogen. Beim Baumschnitt sollte man dies schon mit bedenken.

Bei diesen Altbäumen kann man gut einen Hut durchwerfen.

Diese alte Regel soll klar machen, dass möglich viel Sonne an alle Äpfel gelangen soll.

 

Ein Altbaum wird verjüngt. Um ein Auseinanderbrechen zu verhindern werden Altäste abgetrennt. Damit der Baum sich gut erholt sollte dieser Rückschnitt in 2 bis 3 Jahresetappen erfolgen.

Der Stamm des Dülmener Rosenapfels ist hohl und die Rinde zum Teil beschädigt. Durch den Rückschnitt haben sich junge Triebe gebildet. So trägt der Baum noch weitere 10 bis 15 Jahre.              

 

Die Bilder der Damasonrenette zeigen eindrucksvoll, dass eine Verjüngung selbst bei vollständig hohlen Altbäumen möglich ist. Die Nährstoffversorgung erfolgt über die intakte Rinde. Der Baum trägt nun schon seit 12 Jahren ausgezeichnet.

Mehrere Zentner Äpfel können geerntet werden. Ein solcher Ertrag ist bei einem neu gepflanzten Baum erst nach etwa 15 Jahren zu erreichen.

Obstbaumschnitt - Praxis und Literatur

Wer seine Kenntnisse anwenden und vertiefen möchte, kann auch an den Schnitttagen der BUND-Aktiven im Frühjahr in der Streuobstwiese Am Lindenhaus teilnehmen. Hier lernt man man am ehesten wie Bäume geschnitten werden müssen und kann individuelle Fragen stellen. Einfach sich per Email anmelden.

Literatur zum Obstbaumschnitt gibt es inzwischen sehr viel. Für die Pflege von Streuobstwiesen mit altem Baumbestand empfehlen wir das Buch von Hans-Thomas Bosch "Kronenpflege alter Obsthochstämme".

 

 

 

Förderungen von Wildbienen

Für die Förderungen von Wildbienen reicht es völlig aus, wenn abgeschnittenes Totholz vor Ort verbleibt oder gesonderte Nisthilfen angeboten werden. Aus Obstbäumen mit der Belassung von kranken Ästen oder Totholz ein Insektenhotel machen zu wollen ist völliger Unsinn. Voraussetzung für Wildbienen ist allerdings, dass ihr Lebensraum mit den entsprechenden Nahrungspflanzen vorhanden ist. Ohne diese Nahrungspflanzen macht das Angebot von Nisthilfen keinen Sinn. Weitere Informationen dazu siehe http://www.bund-lemgo.de/Wildbienen_sch_tzen.html